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Echte Veränderung gelingt nur mit Menschen

  • Autorenbild: rethink:IT Redaktion
    rethink:IT Redaktion
  • 4. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Jan.

Seit drei Jahrzehnten begleitet Günter Schulz mittelständische Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Zukunft. Für ihn steht fest: Transformation beginnt bei Menschen – und jede Organisation bringt eigene Voraussetzungen mit. Darum braucht Wandel keine Blaupause, sondern passende Lösungen.


Günter Schulz, Geschäftsführender Partner, Schulz & Schulz

Günter Schulz ist ein ausgewiesener Experte für IT-Outsourcing. Nach einer erfolgreichen Karriere in Führungspositionen großer und mittelständischer Unternehmen brachte er als Gründungspartner seine Erfahrung und strategische Weitsicht bei Schulz & Schulz ein.

Günter Schulz ist kein Fan von Buzzwords oder leeren Phrasen. Er spricht über das, was er im Laufe seiner Karriere erlebt und verstanden hat. Über das, was Menschen bewegt und Unternehmen zukunftsfähig macht.

Die digitale Transformation, sagt er, sei vor allem ein kulturelles Thema. Systeme könne man kaufen, Prozesse optimieren. Doch echte Veränderungsbereitschaft entstehe nur, wenn man Vertrauen schafft. „In meiner beruflichen Laufbahn ging es mir stets darum, die Menschen zu befähigen und mitzunehmen.“

Ein Satz, der hängen bleibt – und viel darüber verrät, wie Schulz Veränderung versteht.


Frühe Jahre


Die Laufbahn von Schulz begann in den 1980er-Jahren. Einer Zeit, in der Computer noch ganze Räume füllten und Digitalisierung vor allem Hardware bedeutete. Nach seinem Mathematik- und Informatikstudium startete er bei Daimler und gestaltete dort den Übergang von analogen zu digitalen Prozessen in Entwicklung und Produktion. Mit der Auslagerung der Konzern-IT wechselte er zu Debis, erlebte rasantes Wachstum, Globalisierung und den Aufbruch einer ganzen Branche. Dort reifte seine Überzeugung, dass Digitalisierung nur dann funktioniert, wenn sie entlang der Wertschöpfung gedacht wird.

Nach dem Zusammenschluss mit der Telekom und dem Einstieg bei T-Systems rückt der Mittelstand in seinen Fokus. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens änderte sich später wieder, Schulz aber blieb dem Segment verbunden. „Mich hat der Mittelstand nie mehr so richtig losgelassen“, sagt er rückblickend.


Outsourcing neu gedacht


Nach Jahren in Großkonzernen findet er in mittelständischen Unternehmen seine berufliche Heimat. Hier beginnt er sich mit dem Thema zu beschäftigen, das seine Arbeit bis heute prägt: Outsourcing. Für viele war es damals vor allem ein Hebel zur Kostensenkung. Für Schulz ein Weg, Stabilität und Flexibilität in Einklang zu bringen. Viele Mittelständler kämpften damals mit starren IT-Strukturen und hohen Fixkosten, die sie kaum beeinflussen konnten. Schulz suchte nach Modellen, die diese Strukturen flexibilisieren, ohne die Substanz des Unternehmens zu gefährden.


In seiner Logik bedeutet Auslagerung nicht Verlust, sondern Möglichkeit. „Das Ziel war nie, Arbeitsplätze zu vernichten, sondern Mitarbeiter weiterzuentwickeln und ihre Kompetenzen gezielter einzusetzen“, sagt er. Klassische Outsourcing-Modelle waren dafür meist zu starr. Also entwickelte Schulz eigene Ansätze, die den besonderen Bedürfnissen des Mittelstands gerecht wurden. Ein Prinzip, das seine Arbeit bis heute prägt. Und in Zeiten, in denen Fachkräfte fehlen und Wissen zur Schlüsselressource geworden ist, zeigt sich, wie aktuell dieser Gedanke ist.


Der richtige Moment


In seiner Laufbahn erlebte Schulz viele Krisen: von der Dotcom-Blase über die Finanzkrise 2008 bis zu den heutigen Umbrüchen. Doch die aktuelle Lage hält er für substanzieller. „Früher hatte man in Krisenzeiten ein solides Fundament: starke Produkte, stabile Märkte. Heute ist das anders. Viele Branchen haben ihre technologische Führungsrolle verloren.“


In der Verlagswelt etwa erkennt er Muster wieder, die er aus der Vergangenheit kennt: Strukturen werden oft erst dann verändert, wenn der Druck bereits groß ist. Für ihn ein Warnsignal. „Der richtige Zeitpunkt für den Wandel ist immer der, in dem das Geschäftsmodell noch funktioniert“, sagt er. Wandel aus Stabilität, nicht aus Zwang.


Gerade deshalb sieht er Veränderung nicht als Risiko, sondern als Verpflichtung. Unternehmen müssten heute den Mut haben, alte Strukturen aufzubrechen, Kooperationen zu suchen und neue Geschäftsmodelle zu wagen. Schulz betont: „Sich neu zu erfinden ist keine Frage der Größe, sondern eine der Haltung.“


Zukunft beginnt mit Verantwortung


Am Ende steht die Überzeugung, dass die Zukunft dort beginnt, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Und der Appell an Entscheider:innen:

„Betrachten Sie Ihr Unternehmen regelmäßig aus der Vogelperspektive. Blicken Sie über den Tellerrand der eigenen Branche hinaus und fragen Sie sich: Wo stehen wir heute? Was machen andere richtig? Und wie sind wir für morgen gerüstet?“ 

Für Günter Schulz ist das mehr als ein Denkanstoß – es ist Kompass und Haltung zugleich.


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